Risikofaktoren und Ausblick

2015 wurde Kasachstan von drei externen Schocks getroffen: dem Ölpreisverfall (Öl ist die wichtigste Quelle von Leistungsbilanzeinnahmen und Staatseinkünften), der Wirtschaftskrise in Russland (und dem Währungsverfall des Rubels) sowie dem Konjunkturabschwung des wichtigsten Handelspartners China. In der Folge sind die kasachischen Leistungsbilanzeinnahmen eingebrochen und die Leistungsbilanz wurde 2015 defizitär. Auch die Währung verlor stark an Wert. Die Auslandsverschuldung und die Schuldendienstquote verschlechterten sich und trieben damit das Finanzrisiko in die Höhe. Allerdings konnte diese Entwicklung vom kasachischen Auslandsvermögen und dem großen Anteil konzerninterner Darlehen an der Auslandsverschuldung ein Stück weit entschärft werden. Im weiteren Verlauf des Jahres dürfte das Leistungsbilanzdefizit wieder zurückgehen. Gleichzeitig hat der Bankensektor jedoch nachhaltigen Schaden erlitten, der die Aussichten weiterhin trübt und die Kreditbedingungen erschwert. Außerdem ist der Bankensektor nach wie vor auf staatliche Unterstützung angewiesen, was den vom Ölpreisverfall ohnehin schon strapazierten öffentlichen Haushalt zusätzlich belastet. Vor diesem Hintergrund hat sich die Haushaltslage zwar verschlechtert, doch die gesamtstaatliche Schuldenquote befindet sich auf einem unverändert günstigen Niveau.

Das geringe reale BIP-Wachstum, extrem schlechte Kreditbedingungen, eine schwache Währung sowie das schwierige Geschäftsumfeld erklären die Einstufung des systemischen Geschäftsrisikos in die schlechteste Kategorie (C auf einer Skala von A bis C). Positiv zu bewerten ist, dass mit der 2015 getroffenen Entscheidung, die Währung freizugeben, der Druck auf die Währungsreserven reduziert werden konnte. Dies ist ein positives Signal für das kurzfristige politische Risiko, das die Liquidität eines Landes widerspiegelt. Credendo stuft das kurzfristige politische Risiko derzeit in Kategorie 3 von 7 ein. In einem relativ stabilen politischen Umfeld bilden die hohe Auslandsverschuldung, Druck auf die Leistungs- und Haushaltsbilanz sowie die hohe Rohstoffabhängigkeit die Hauptfaktoren für die Einstufung des mittel- bis langfristigen politischen Risikos in Kategorie 6 von 7.

Fakten & Kennzahlen

Pro

  • Riesige Rohstoffvorkommen
  • Flexibler Wechselkurs
  • Niedrige gesamtstaatliche Verschuldung

Kontra

  • Hohe Rohstoffabhängigkeit
  • Schwacher Bankensektor
  • Hohe Auslandsverschuldung

Staatsoberhaupt

  • Präsident Nursultan Nasarbajew

Regierungschef

  • Ministerpräsident Bakytzhan Sagintayev

Wahlsystem

  • Präsidentschaftswahlen: Wahlen alle fünf Jahre, letzte Wahl: April 2015
  • Parlamentswahlen: Wahlen alle fünf Jahre, letzte Wahl: März 2016

Bevölkerung

  • 17,5 Mio.

Pro-Kopf-Einkommen

  • 11.390 USD

Einkommensgruppe

  • Hohes mittleres Einkommen

Hauptexportgüter

  • Öl und Gaskondensat (48,8 % der Leistungsbilanzeinnahmen), Industrieerzeugnisse (10,1 %), Erze und Metalle (7,7 %), Verkehrsleistungen (6,6 %), Nahrungsmittel (2,9 %), und Tourismus (2,8%)

Länderstudie

In einem Kontext zunehmender sozialer Unzufriedenheit ist die Nachfolge des Präsidenten ungeklärt

Präsident Nursultan Nasarbajew, der seit der Unabhängigkeit Kasachstans im Jahre 1991 im Amt ist, wurde im April 2015 für fünf Jahre wiedergewählt. Im März 2016 fanden vorgezogene Parlamentswahlen statt, mit denen die Kontrolle der Regierungspartei über die Legislative bestätigt werden sollte. Im März 2017 verabschiedete das Parlament Verfassungsänderungen, die darauf abzielten, Befugnisse vom Präsidenten auf Parlament und Regierung zu übertragen. Seitdem konzentriert sich die Zuständigkeit des Präsidenten auf die Bereiche Außenpolitik und nationale Sicherheit, die der Regierung auf soziale und ökonomische Programme, während das Parlament eine bedeutende Rolle bei der Bildung und Kontrolle des Kabinetts spielt.

Die politische Lage zeichnet sich bisher durch hohe Stabilität aus. Eine Kernfrage ist jedoch die Nachfolge des alternden Präsidenten, der Dreh- und Angelpunkt der politischen Stabilität im Lande darstellt: Nasarbajew genießt große Popularität, und die politische Kontinuität, die Anhebung des Lebensstandards sowie die Entstehung der Mittelschicht gelten unter der Bevölkerung als seine Verdienste. Er hat ein System aufgebaut, das auf Vetternwirtschaft basiert.

Vor dem Hintergrund eines sich verschlechternden Wirtschaftsumfelds und einer drastischen Abwertung des Tenge im Jahr 2015 zeigten sich erste Anzeichen sozialer Unzufriedenheit. Auch die Dynamik zwischen den nationalen Eliten dürfte sich verändern, da die Kapazitäten des Regimes, mächtige Führungsschichten und Clans mit Zuwendungen zu versorgen, schwinden. Wie in anderen Ländern in der Region kommt darüber hinaus der wachsende Einfluss des radikalen Islam hinzu, der der Politik zusätzlich Sorgen bereitet. Allerdings könnte dies auch nur ein Vorwand sein, mit dem die Regierung die Verschärfung der staatlichen Kontrolle über die Zivilgesellschaft rechtfertigt.

Als enger Verbündeter Russlands und Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion versucht Kasachstan, gute Beziehungen zu Russland, zum Westen sowie auch zu China zu pflegen. Doch die russische Intervention in der Ukraine hat in Kasachstan, dessen Bevölkerung zu einem Fünftel aus ethnischen Russen besteht, für Unruhe gesorgt. Die Beziehungen zum wichtigen Handelspartner und Investor China sind recht gut. Kasachstan nimmt am chinesischen Projekt „Ein Gürtel, eine Straße“ teil, doch die Bevölkerung ist oftmals skeptisch. So kam es im vergangenen Jahr zu Protesten – ein in Kasachstan äußerst seltenes Phänomen – nachdem die Regierung versucht hatte, das Bodengesetz zu ändern. Es wurde befürchtet, dass diese Änderung zu einer umfangreichen Privatisierung landwirtschaftlicher Flächen führen und dem Landerwerb durch chinesische Investoren Tür und Tor öffnen würde.

Verbesserung der Wachstumsaussichten bei unverändert großen Herausforderungen

Nach Jahren des starken Wachstums (Durchschnitt 2000-2014: über 7 %) wurde Kasachstan von einem dreifachen Schock getroffen: dem Ölpreisverfall (Öl ist die wichtigste Quelle von Leistungsbilanzeinnahmen und Staatseinkünften), der Wirtschaftskrise in Russland (und dem Währungsverfall des Rubels) sowie dem Konjunkturabschwung des wichtigsten Handelspartners China. 2014 wurde das Konjunkturpaket „Nurly Zhol“ verabschiedet, mit dem Infrastrukturengpässe behoben und Arbeitsplätze geschaffen werden sollten. Zunächst gelang es, die anfänglichen Auswirkungen der externen Schocks abzumildern, doch mit der weiteren Verschlechterung der Lage sank das BIP 2015 auf 1,2 %, 2016 auf 1,1 %. Dieses Jahr wird ein Anstieg des BIP-Wachstums auf 2,5 % erwartet, da die Ölförderung aufgrund der positiven Entwicklung im Ölfeld Kashagan zunimmt.

In den kommenden Jahren dürften sich die Wachstumsaussichten aufgrund der Entwicklungen im Erdölsektor und der anhaltenden, ehrgeizigen Strukturreformen verbessern. Gleichwohl müssen weitere, große Herausforderungen bewältigt werden. Da die Wirtschaft eine hohe Abhängigkeit von China sowie von Rohstoffexporten aufweist, ist sie ausgesprochen anfällig für Schwankungen im Rohstoffpreis. Der schwache Bankensektor ist nicht in der Lage, die Wirtschaft zu unterstützen und könnte den öffentlichen Haushalt belasten.

Ehrgeizige Strukturreformen 

Der Wandel von einer stark zentralisierten Wirtschaft hin zu einer Marktwirtschaft setzt sich weiter fort. Das Geschäftsumfeld weist Verbesserungen auf, allerdings gegenüber einer schwachen Ausgangslage. Auf dem Transparency-International-Index über die wahrgenommene Korruption lag das Land 2016 auf Platz 131 (der gleichen Position wie Russland und die Ukraine). Damit ist das Korruptionsproblem unverändert hoch. Positiv zu bewerten ist, dass Kasachstan im „Ease of Doing Business“-Index der Weltbank für 2017 auf Platz 35 liegt, was eine deutliche Verbesserung gegenüber Platz 51 im Jahr 2016 darstellt. Im November 2015 trat Kasachstan der Welthandelsorganisation bei.

Der Staat spielt in der Wirtschaft, und ganz besonders im Rohstoffbereich sowie im Bergbau, nach wie vor eine bedeutende Rolle, was von der beachtlichen Größe des Staatsfonds Samruk Kazyna illustriert wird. 2015 leitete die Regierung ein weitreichendes Reformprogramm ein („100 konkrete Schritte“), mit dem die Effizienz der öffentlichen Verwaltung sowie die Rechtsstaatlichkeit verbessert, die Wirtschaft diversifiziert und ordnungspolitische Herausforderungen bewältigt werden sollen.

Des Weiteren kündigten die Behörden umfassende Privatisierungsvorhaben an, um die Rolle des Staats in der Wirtschaft zu reduzieren. Beteiligungen am Öl- und Gasunternehmen KazMunayGas, am Uranunternehmen Kazatomprom, an der Eisenbahngesellschaft Kazakhstan Temir Zholy, an der Luftfahrtgesellschaft Air Astana sowie am Bergbauunternehmen Tau-Ken Samruk werden in den Privatisierungsprozess einbezogen. Dieses Vorhaben stellt das ehrgeizigste Privatisierungsprogramm seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahre 1991 dar. Es ist davon auszugehen, dass die Entscheidung, Beteiligungen an mehreren großen Staatsunternehmen zu veräußern, ausländische Investoren anziehen wird. Vor dem Hintergrund der derzeit schwachen Rahmenbedingungen dürfte sich die Aufgabe allerdings als sehr anspruchsvoll erweisen. Außerdem haben die Behörden in der Vergangenheit Verträge und Gesetze zu ihren eigenen Gunsten modifiziert. Des Weiteren dürfte die Beibehaltung einer Regierungsmehrheit („Goldene Aktie“) das Interesse von Investoren dämpfen.

Verschlechterung der Außenwirtschaft

Der Ölsektor, in dem 2016 nahezu 50 % der Leistungsbilanzeinnahmen erwirtschaftet wurden (2014: 60 %) und der 2017 etwa 30 % der gesamtstaatlichen Einnahmen ausmacht (2014: nahezu 50 %), steht stark unter Druck, da eine Erholung des Ölpreises auf absehbare Zeit nicht erwartet wird. Die derzeitige Ölförderung wird von den zwei riesigen Feldern Karachaganak und Tengiz dominiert, die etwa die Hälfte der gesamten Fördermenge des Landes liefern. Die Fördertätigkeiten in Kashagan wurden im Oktober 2016 wieder aufgenommen, nachdem die Produktion kurz nach der Inbetriebnahme im Jahr 2013 stillgelegt worden war. Mit dem Anstieg der Ölproduktion steigt der Druck auf Kasachstans Verantwortung im Rahmen der Vereinbarung unter OPEC- und Nicht-OPEC-Ländern, die darauf abzielt, die Fördermenge zu reduzieren.

Infolge des seit 2014 stark gesunkenen Ölpreises weist die Leistungsbilanz seit 2015 ein Defizit auf, das 2016 weiter anstieg. Noch besorgniserregender ist, dass sich die Leistungsbilanzeinnahmen zwischen 2013 und 2016 halbiert und damit eine merkliche Verschlechterung der Außenhandelsbilanz bewirkt haben. Importe, insbesondere von Gebrauchs- und Investitionsgütern, sind ebenfalls erheblich zurückgegangen. Positiv anzumerken ist, dass Direktinvestitionen in den Öl- und Gassektor 2016 deutlich angestiegen sind und in den kommenden Jahren auf einem relativ hohen Stand verbleiben dürften. Dies ist u. a. auf die Erweiterung des Ölfelds Tengiz sowie auf das Privatisierungsprogramm zurückzuführen.

Es wird erwartet, dass sich die Leistungsbilanzeinnahmen im Verlaufe des Jahres 2017 nach einem dreijährigen Rückgang wieder erholen und sich das Leistungsbilanzdefizit reduziert. Dieser positive Trend dürfte sich im kommenden Jahr fortsetzenden, sofern die Rohstoffpreise vergleichsweise stabil bleiben.

Die Währungsreserven sind in absoluten Zahlen leicht zurückgegangen und werden als adäquat beurteilt, da sie mehr als drei Monatsimporte sowie nahezu zweimal die relativ niedrigen, jedoch rasch ansteigenden kurzfristigen Auslandsverbindlichkeiten abdecken. In diesem Zusammenhang wird die Entscheidung der Zentralbank vom August 2015, den Tenge frei schwanken zu lassen und nicht an einer Handelsbandbreite mit dem US-Dollar festzuhalten, als ein positiver Schritt gesehen, da sie die Währungsreserven sichert. Gleichzeitig führte diese Entscheidung 2015 zu einer erheblichen Abwertung (s. Grafik). Seit 2016 zeigt der Tenge wieder einen positiven Trend und sein Wert ist leicht gestiegen. Nachdem die Inflation Ende 2015 auf 13,6 % geschnellt war, hat sich die Situation in Anlehnung an die Aufwertung des Wechselkurses etwas entspannt. Die Inflationsrate dürfte bis zum Ende 2017 auf etwa 7,5 % zurückgehen.

Schwacher Bankensektor 

Während der Bankensektor sich noch von der Bankenkrise 2008 erholte, wurde er 2015 erneut schwer getroffen. So führten die dramatische Abwertung der Landeswährung (um über 45 % ggü. dem USD im Jahr 2015) sowie schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu einem Rückgang der Qualität der Vermögenswerte sowie zu einer Verschlechterung der Profitabilität und der Kreditbedingungen. Der Sektor wird seit Langem von schlechten Kreditvergabepraktiken, intransparenten Besitzverhältnissen und der Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung überschattet. Ein wichtiger Unterschied im Vergleich zu 2008 bestand darin, dass der Bankensektor nicht mehr auf Außenfinanzierung angewiesen war, da er eine positive Netto-Auslandsvermögensposition aufwies. Dem gegenüber stand eine sehr hohe negative Vermögensposition (von über 20 % des BIP) Ende 2007.

Im Dezember 2016 griff die Kasachische Nationalbank in die Geschäfte zweier kleiner Banken ein, von denen eine geschlossen wurde. Hierdurch kam es zu einer umfangreichen Verlagerung von Einlagen hin zu Finanzinstituten, die als sicher wahrgenommen wurden. Die größte Bank, die Kazkommertsbank (KKB), befand sich ebenfalls in einer schwierigen Lage und wird wahrscheinlich von der zweitgrößten Bank Halyk übernommen. Die neue Gesellschaft würde nahezu 40 % aller Aktiva im Bankensektor in sich vereinen. Zur Unterstützung des Übernahmegeschäfts hat der Staat faule Kredite im Wert von ca. 8 Mrd. US-Dollar übernommen, um die Bilanz der KKB zu bereinigen. Die notleidenden Vermögenswerte wurden zwecks Abwicklung in einen Fonds für problembehaftete Kredite überführt. Weitere Fusionen werden ebenfalls in Betracht gezogen. So erwägt zum Beispiel die drittgrößte Bank Tsesnabank die Übernahme von Bank Centercredit.

Die Probleme im Bankensektor bleiben für Privathaushalte und Unternehmen nicht folgenlos. Der Zugang zu Krediten ist begrenzt. Für zahlreiche Haushalte und Unternehmen sind Darlehen aufgrund der hohen Zinsen nicht erschwinglich. Das Verhältnis von Privatkrediten zum BIP ist von 63 % im Jahr 2014 auf 54 % im Jahr 2016 zurückgegangen. Diese Entwicklung stellt eine schwere Belastung für das systemische Geschäftsrisiko dar.

Der schwache Bankensektor ist nicht in der Lage, die Wirtschaft kurzfristig zu unterstützen und strapaziert den öffentlichen Haushalt. Der Staat bot mit der Platzierung von Einlagen und einem subventionierten Darlehensprogramm Unterstützung. In diesem Jahr dürfte die staatliche Unterstützung des Bankensektors auf 4% des BIP anschwellen. Es wird erwartet, dass diese Kosten vom Nationalfonds der Republik Kasachstan getragen werden und damit die öffentliche Inlandsverschuldung verschärfen.

Trotz des drastischen Anstiegs des Haushaltsdefizits auf 6,3 % im Jahr 2017 ist die gesamtstaatliche Finanzlage solide. Tatsächlich befindet sich die gesamtstaatliche Verschuldung auf einem niedrigen Stand und bleibt Erwartungen zufolge relativ stabil (leicht über 20 % des BIP im Jahr 2016), auch wenn die Staatsverschuldung in jüngster Zeit deutlich angestiegen ist. Der Schuldenstand der Staatsunternehmen ist aufgrund mangelnder Transparenz schwierig zu beurteilen und stellt angesichts des großen Umfangs dieser Unternehmen für die Regierung eine Eventualverbindlichkeit dar.

Risiken in Verbindung mit der erheblichen Bruttoauslandsverschuldung werden ein Stück weit entschärft

Die Bruttoauslandsverschuldung hat seit 2013 drastisch zugenommen und stieg 2016 auf den extrem hohen Wert von jeweils 300 % der Leistungsbilanzeinnahmen und 120 % des BIP. Da 2017 aufgrund höherer Ölförderung und Exporten aus Nichtölbereichen mit einer Verbesserung der Leistungsbilanz gerechnet wird, dürfte die Bruttoauslandsverschuldung in den kommenden Jahren schrittweise zurückgehen, jedoch weiterhin auf einem relativ hohen Niveau verbleiben.

Mit dem Anstieg der Auslandsverschuldung ist auch die Schuldendienstquote relativ gesehen stark angestiegen (auch aufgrund des deutlichen Rückgangs der Leistungsbilanzeinnahmen) und dürfte in den kommenden Jahren bei über 30 % der Leistungsbilanzeinnahmen verbleiben. Das Finanzrisiko ist damit recht hoch. Gleichzeitig verfügt Kasachstan in seinem Staatsfonds (dem Nationalfonds der Republik Kasachstan) über Auslandsvermögen im Wert von 45 % des BIP von 2016. Außerdem besteht etwa die Hälfte der Bruttoauslandsverschuldung aus konzerninternen Darlehen. Damit wird das Finanzrisiko ein Stück weit abgemildert.